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Books etc.
Gerade leert sich das Bücherregal neben meiner Bettseite wieder. Empfehlen kann ich "Britannica & ich". Geht um einen Amerikaner, der die gesamte Enzyklopädie las und gleichzeitig ein Buch darüber schrieb. Viele witzige Anekdoten zu abartigen Einträgen, Wikipedia, Quizshows, seinem allwissenden Vater etc. Unbedingt lesen. Nicht so spannend fand ich den dritten Rundwelt-Roman: "Darwin und die Götter der Rundwelt". Die ersten Bände zeichneten sich noch durch ein ausgewogenes Verhältnis von anspruchsvollen naturwissenschaftlichen Erklärungen und passenden Fantasy-Kapiteln aus, wobei bei ersteren wirklich eine Menge "überflüssiges Wissen" hängengeblieben ist. Hier jedoch überwiegen langatmige Diskussionen über die Schöpfungstheorien, das intelligente Design, schwarze Löcher, Zeitreisen und die geistige Beschränktheit des Bible Belt. Das ist zwar auch ganz interessant, hätte aber deutlich kürzer und zu Gunsten der Zauberer-Geschichte abgehandelt werden können. Im Nachhinein klingt die Aufzählung der Themen ganz verlockend aber oft habe ich die Seiten nur noch quergelesen. Gemeinerweise kam dann immer wieder ein spannendes Stichwort (wie Weltraumfahrstuhl) und ich musste zurückblättern und nochmal konzentriert nachlesen. Nicht einfach zu später Stunde... Auch nicht einfach war der Abschluss der "The Long Tail"-Lektüre. Das Buch über das Phänomen, dass die Gesamtheit der Produkte auf den hinteren X-Listenplätzen so viel Umsatz bringt wie die Topseller und daher nicht zu vernachlässigen sei, war am Ende doch etwas langatmig. Immer und immer wieder wurde das Konzept aus ökonomischer Sicht durchgekaut und brachte außer sich ähnelnden Bezügen zu Internetsellern und schlichten Long-Tail-Grafiken auf den hinteren Seiten wenig Neues. Einzig interessant waren dann nur noch die persönlichen Anekdoten des Autors. Sehr schön hingegen war ein Buch von Orson Scott Card: "Magic Street". Meine Vorgeschichte zur Entdeckung des Autoren: vor ein paar Jahren bekamen wir Besuch von zwei Amerikanern auf Europatour. Der eine war Marcos Gastbruder aus der Highschoolzeit, der andere sein Kumpel Greg. Greg sah sich mein Bücherregal an, entdeckte u.a. Neil Gaiman und schenkte mir seine ausgelesene Reiselektüre: "Enchantment" von Orson Scott Card. Würde mir bestimmt gefallen, sagte er. Und wie mir das Buch gefiel! Leider war von diesem Autor damals über Amazon nichts Ähnliches zu bekommen. Anfang diesen Jahres ging ich erneut auf die Suche und wurde fündig. Weitere Bände stehen schon auf meiner Amazon-Merkliste. A propos Neil Gaiman. Der aktuelle Roman "Anansi Boys" hat mir überhaupt nicht gefallen. Bei Amazon kriegt er von den Fans gute Kritiken aber ich fand ihn ziemlich langweilig. "Niemalsland" wird wohl unübertroffen bleiben. Zum Geburtstag im Februar bekam ich das neue Buch von Walter Moers geschenkt: "Der Schrecksenmeister". Ende März sollte es ausgeliefert werden und dann sofort in meinem Briefkasten landen. Jetzt kam eine Verzögerungsmeldung: ich muss noch bis November warten! Wenigstens kann ich mich dann im Sommer ungestört dem neuen Harry Potter widmen. Erstaunlich, wie viele Bücher ich doch noch lese. Hätte gedacht, dass der Alltag mit Kind die Zeit dafür komplett auffrisst. Als Nächstes kommen das Methusalem-Komplott und The Cluetrain Manifesto dran.
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Süchtig
Zum Geburtstag habe ich von einer Freundin einen Sampler mit Lieblingsliedern bekommen. Von den 20 Stücken sagten mir vorher ungefähr drei Namen etwas. Nach dem Hören fand ich vier Stücke besonders hörenswert und habe über iTunes nach weiteren Songs der Gruppen gesucht. Dabei stieß ich auf Melodiefolgen mit Suchtpotential und bin u.a. nun Fan der Barenaked Ladies. Über youtube konnte ich die Band live sehen. Außerdem fand ich raus, dass es viele Mangafans gibt, die ihre Lieblingslieder bebildern. So sah ich eine sehr passende Videosequenz von einem meiner neuen Lieblingstitel, "For you", mit Animee-Szenen passend zum Text. Was für eine Arbeit! Diese Bilder sind mir jetzt beim Hören eher gegenwärtig als der Bandauftritt. Ihre Website eröffnete mir leider, dass die BNL während der aktuellen Tour nicht nach Deutschland kommen. Über pandora.com habe ich noch versucht, ähnliches Material zu finden, auf die Schnelle aber erfolglos. So schnell kann das im Internet-Zeitalter gehen, gestern noch keinen Schimmer und heute innerhalb weniger Minuten alle Infos parat. Cool. Bei iTunes treibe ich mich in letzter Zeit häufiger rum. Ein Grund dafür sind die Codes in den Coca-Cola-Flaschendeckeln. Für vier Codes bekommt man einen iTunes-Song. Und die verfallen nach acht Wochen. Also bemühe ich mich um ein zeitnahes Einlösen. Irgendwie sind mir diese Gratissongs mehr Wert als die 0,99 EUR dahinter und ich würde mich sehr ärgern, wenn ich sie verfallen ließe. Schließlich steckt Musik dahinter. Die Mischung meiner Downloads ist wild, von "This is Halloween" aus dem Film Nightmare before Christmas über "ABC" von den Jackson 5 bis hin zu einer Wiederentdeckung von einem Album der Ersten Allgemeinen Verunsicherung. Die hatte ich schon wieder ganz vergessen. Jetzt fand ich aber diese coole rockige Version von "Fata Morgana" und bin einfach süchtig nach der Akkordfolge in den Strophen. Wer reinhören will, es ist die Version auf dem Album "100 Jahre EAV - Ihr habt es so gewollt". Marco sagte, er hätte sich diesen Song auch runtergeladen. Habe die Akkordfolge auch schon für die Gitarre abgehört und zupfe sie nun gutgelaunt vor mich hin. Die Zeitschrift NEON verschenkt in regelmäßigen Abständen ebenfalls Samplerstücke, um auf den Rest der Zusammenstellung neugierig zu machen. Der letzten MP3-Gutscheine waren nicht songgebunden und ich gebe zu, dass ich die iTunes-Freikarten schamlos für gänzlich andere Lieder ausgegeben habe. Hätte ja auch was zum Verlieben dabei sein können. Weiß man ja nicht vorher. Trotzdem, tolle Zeitschrift, die NEON. Auch wenn ich das Zielgruppenalter schon um vier Jahre überschritten habe. So, hier stehen schon wieder zwei leere Cola-Flaschen mit Codes neben dem Computer. Und mein iTunes-Konto weist noch immer vier Gratissongs auf. Da werd ich gleich mal auf die Suche gehen...
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Freier Tag
Weil die Alltagsfreuden einer Mutter bekanntlich manigfaltig sind, hatte ich mir am Sonntag einen freien Tag verdient. Nach 16 Monaten als Familienmanagerin. Der Vormittag verlief noch dreisam, wir gingen in den Zoo und gegen 10.30 Uhr trennte man sich am Ausgang: Mama nahm das Auto und Papa und Sohni die Bahn. Ich hatte vorher eine nicht allzu lange Liste gemacht, was ich alles an einem potentiell freien Tag unternehmen würde. Am Ende würde auf jeden Fall eine Massage in einem Wellnesstempel stehen. Ich fuhr also erstmal an das entsprechende Ende der Stadt und parkte den Wagen strategisch günstig, in kurzer Entfernung zum Neptunbad. Dann ging ich auf den kölner Großfriedhof. Hallo...? Naja, ich hatte auf der Liste "11.00 Uhr, Führung Promis auf Melaten" stehen. Das Problem war nur, dass ich am anderen Ende geparkt hatte. Ich Stechschritt durchquerte ich bei mildem Sonnenschein den Park der Toten der Länge nach. Noch 10 Minuten - mir wurde langsam warm. Noch 5 Minuten - müsste jetzt nicht endlich mal das Mittelrondell auftauchen? Noch 1 Minute - jetzt nur noch den mittleren Eingang an der Aachener Straße finden. Minus 3 Minuten - Mist, bin am südlichen Eingang rausgekommen. Minus 7 Minuten - dahinten ist der Eingang, da ist aber auch die Station der U-Bahn, die mich in die Innenstadt fahren würde. Nach kurzer Überlegung, dass es ziemlich unhöflich wäre, mit 10-15 Minuten Verspätung einer Gruppe hinterherzulaufen, die inzwischen werweißwo im Park steht, nahm ich spontan die Bahn in die Stadt. Prima, DAS ist Urlaub! Im Vorbeifahren sah ich natürlich die Gruppe noch friedlich am mittleren Eingang stehen. Egal! Ich hatte frei und konnte tun und lassen, was ich wollte. Ich schaltete den MP3-Player ein und bummelte einmal quer durch die Innenstadt. Interessant zu sehen, wie viele Menschen sonntags an verschlossenen Geschäften vorbeilaufen. In Domnähe wurde es voller, die Touristendichte nahm merklich zu. Ich hakte einen weiteren Punkt auf meiner Liste ab: das Römisch-Gemanische Museum. Kultur pur, dachte ich, die Stadt strotzt ja nur so vor Ausgrabungsfunden, da gibt es sicher das ein oder andere Aha-Erlebnis, wenn man nun alles im Zusammenhang erklärt bekommt. Pustekuchen. Das Museum bestand im Großteil aus einer Menge Vitrinen, sortiert nach "die Frankenzeit", "Schifffahrt und Seehandel", "Götter aus dem Orient" und Ähnlichem. Darin lauter Scherben, Töpfe, Krüge, Gläser, Statuetten. Ordentlich vermerkt fanden sich daneben Fundort, Funddatum, Benennung sowie ein kurzer allgemeiner Einleitungstext. Auf Podesten waren zudem Grabsteine aufgestellt, die Inschriften mit Rot nachgezogen, z.B. zum Thema: "Zu Ehren des Gottes Jupiter". Vergeblich suchte ich nach einem Anfang und einem roten Faden durch die Ausstellung. Im Keller fand sich dann zumindest eine Illustration Kölns zur Zeit der Römer. Ungefähr sechs wichtige Gebäude/Plätze waren darauf verzeichnet aber keine Funktion, nichts über den Alltag oder den Bezug zur heutigen Zeit. Schade. Ich ging in den Bahnhof shoppen und setzte mich anschließend bei Subway am Heumarkt an einen Fenstertisch. In aller Ruhe holte ich meine Zeitschrift raus und las beim Essen. Ab und zu guckte ich raus und versuchte, zu entspannen. Was wohl Vater und Sohn gerade machten? Aus, Schluss damit, Du hast heute frei! Allzuviel stand jetzt nicht mehr auf der Liste: "Im Café sitzen, lesen". Ich durchquerte die Innenstadt erneut und landete im Starbucks in der Ehrenstraße. An meinem Latte Macchiato mit Mandelsirup hielt ich mich ca. 40 Minuten lang fest und las. Wurde langsam langweilig. Aber das war ja gut so, sollte mich ja entspannen! Mir gegenüber nahm ein Pärchen mit einem ca. 8 Monate alten Mädchen Platz. Das benahm sich tadellos und die drei waren sichtlich entspannt. Ich stellt mir vor, was mein Sohn hier jetzt alles erforschen, öffnen, umdrehen und erzählen würde. Hallo, Abschalten, Entspannen! Endlich war es Zeit für Wellness. Ich checkte ein und hatte noch eine Stunde bis zur Massage. Ich schwamm, saunte, schwamm und las. Die Massage selbst war sehr angenehm, nur die Nachwirkungen nicht. Ich hatte eine stark verspannte Schulter- und Nackenpartie und mein Rücken musste auch aufgelockert werden ("Sitzen Sie viel?" - Eher nicht...). Die Folge davon waren später am Abend Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit. Ich hätte es wissen müssen, die angespannten Muskeln im Nacken sind ja schließlich irgendwo für da... Nächstes Mal buche ich nur eine Fußreflexzonenmassage. Ich fuhr wieder nach Hause und brauchte dafür aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens eine Stunde. Die A3 war teilweise gesperrt und nun schob sich alles auf den Nebenstrecken durch die Stadt. Aber ich hatte ja Zeit... Bis auf die Kopfschmerzen am Ende des Tages war es ein seltsamer aber schöner Tag. Im nachhinein kommt es mir auch so vor, als ob ich mich entspannt hätte. Aber wie singt schon Kermit: "Es ist nicht einfach, so allein (...) aber schöner wär's zu zweien". Oder dreien.
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Nachtrag Staubsauger
Gute Idee gehabt: heute mittag das Drehrad zur Einstellung der Saugstärke mit transparentem Paketklebeband fixiert. Hält Alexander erstmal ab.
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Dienstag
Karneval nähert sich mit großen Schritten. Allenthalben trifft man wieder auf irritierende Mitmenschen, unter deren Beinkleid ein Paar monströse Clownsschuhe hervorlugt. Ein Blick ins geschminkte Gesicht unter dem lustigen Hut erzählt dann den Rest der Geschichte. Was feiern die eigentlich alle jetzt schon, geht doch erst am Donnerstag los? In der Spielgruppe sind überwiegend Karnevalsmuffel vertreten, sehr symphatisch... Zumindest die Kinder werden verkleidet, die leiden da noch nicht drunter. Gestern abend war ich bei einem Vortrag von LEGO. Denen ging es 2004 ja gar nicht gut, aber nun wurden ein paar Produktreihen abgestoßen und ein paar schiefe Dinge geradegerückt und schwupps sind sie wieder ganz vorne mit dabei. Unter anderem ist die Mädchen-Reihe "Clikits" aus dem Programm genommen worden. Das wundert mich gar nicht, ist doch unser Patenkind dem Trend langsam entwachsen - somit brachen sicherlich auch die Umsatzzahlen ein, weil wir nichts mehr gekauft haben. Überhaupt, die "Schenker"; eine wichtige Zielgruppe für LEGO. Statt der einfachen Polizeistation wurde den Omas und Opas lange Zeit die Jack Stone Polizeistation präsentiert. 20 EUR teurer als die langweilige normale Station (die es dann auch nicht mehr gab) und um ein paar Steine leichter. LEGO Duplo wurde zu LEGO Explore, weil die Amis kein Duplo mögen (oder so ähnlich). Nur mögen die deutschen Omis und Opis kein Explore, also wurde das wieder rückgängig gemacht. Nach ein paar Seitenhieben auf die ach so traurige Landschaft in Jütland endete der Vortrag mit einer sehr optimistischen Zukunftsprognose: unser Produkt ist vielseitig, kreativ und langlebig, das wirds immer geben. Allerdings wurde auch die Teilung der jetzigen Elterngeneration in LEGO- oder Playmobil-Spieler erwähnt, die ihre jeweilige Präferenz gefiltert weitergeben würde. Nur haben viele ganz einfach mit beidem gespielt. Hatte LEGO etwa weiße Zirkuspferde, die man mit passenden Stiften anmalen konnte? Und hatte LEGO ein großes cooles Piratenschiff mit Kanonen und "echten" Kanonenkugeln, das in der Badewanne schwimmen konnte? Nein. (Zumindest wäre das LEGO-Schiff nicht geschwommen, ich bin fast sicher, dass es tatsächlich eins gab...) Es ist eben nicht so einfach wie vielleicht mit McDonalds + Burger King, Herbert Grönemeyer + Marius Müller Westernhagen: man mag nur eins von beiden. Heute sieht das da schon anders aus. Bei den hohen Anschaffungspreisen der Spielekonsolen gibt es meist nur eine Reihe, die man verfolgt. Das macht es auch einfach für die Schenker. Die haben dann nur ein Aussprache-Problem, wenn sie "Gränt ssefft outo" oder "Dschaßtiß Lieg Hierous" für die X-Box kaufen sollen...
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Freier Tag
Am Montag haben wir unser Kind abgeschoben. Sechs Stunden Tagesmutter kosten 30,- EUR, aber die haben wir auch ausgenutzt. Nach einem Stadtbummel waren wir in Ruhe essen und haben dann einen Mittagsschlaf gemacht. Hört sich nicht sehr spektakulär an, aber wer Kinder hat, weiß, was das wert ist. Mit einem kleinen schlechten Gewissen haben wir einen ausgeglichenen Alexander dann wieder abgeholt. Tat ihm glaube ich auch mal ganz gut, so ein Tag ohne Mama und Papa... Beim Neujahrsempfang des Marketing Clubs Köln/Bonn auf dem Petersberg gab es einen Vortrag von Herrn Schirrmacher, dem Autor des Buches "Das Methusalem-Komplott". Über die demographische Veränderung bis 2050, die fehlenden Kinder, den Altersdurchschnitt von über 50 Jahren und die winzigen Renten. Aber auch über eine Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren, die man noch gar nicht realisiert hat. Bei einer Berentung mit 67 Jahren bleiben dann immer noch 33 Jahre. Und das ist eine ganze Menge. Nur reicht leider das Geld dann nicht. Wieder zuhause haben wir gleich ein Brainstorming gemacht, wie wir die kommende Situation zu unserem Vorteil ausnutzen können. Über den Import von Reha-Hilfen, Service-Angebote für agile Silversurfer bis hin zu Brain-Training-Center. Sudoku ist übrigens eine Beschäftigung aus der Alzheimer-Therapie. Heute stand in der Zeitung, dass die Stadt Nürnberg "Spielplätze" für Alte schaffen will und Sponsoren sucht. Wir müssen uns also beeilen, die Konkurrenz schläft nicht! Aber wir haben ja noch über 60 Jahre vor uns. Ein ganz neuer und irgendwie auch beruhigender Gedanke. Buchtipp: Stephen King, Lisey's Story (im Deutschen LOVE). Endlich mal wieder ein anregender King, mit Psychopathen, Monstern, normal-verrückten Familienbeziehungen, Fantasy, der Aufarbeitung seines Unfalls und einem spannenden Ende. Autorenkollege Nicholas Sparks hat geschrieben, dass es schade sei, die Charaktere am Ende verlassen zu müssen. Recht hat er. (Viel besser als das langatmige Buch "Pulse" über den Handyhorror) Auch gut: "The long Tail" von Chris Anderson. Ein Buch über die Gewinnspanne, die in den vielen hinteren Positionen der Bestsellerlisten steckt. Alle zusammen genommen werfen ebensoviel Gewinn ab wie die Topseller. Betrifft Musikdownloads, Bücher etc. Locker geschrieben, mit vielen Beispielen aus der Generation Internet und dem Silicon Valley. Nur auf Englisch erhältlich.
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Staubsauger
So, Kind ist im Bett, Zeit zum bloggen. Habe mich heute gefragt, wozu der Staubsauger eigentlich verschiedene Saugstärken hat. Ich kam darauf, weil Alexander immer wieder den Drehregler auf 300 W stellte, woraufhin ich ihn wieder auf 1.200 W zurückdrehte. Wer braucht 300 Watt, wenn er einen Staubsauger mit 1.200 Watt gekauft hat? Forscher fanden raus, dass der Benutzer eine gewisse Minimallautstärke hören will, damit er von der Saugkraft des Gerätes überzeugt ist. Viel laut, viel saug. Vielleicht finde ich irgendwann nochmal die Bedienungsanleitung, in der dann die Anwendungsbereiche für 300 Watt stehen. Die Flusenkante handgeknüpfter Perserteppiche? Katzenmassage? Am Wochenende waren wir im Neanderthal-Museum, hier ganz in der Nähe. Das Gebäude ist allein schon architektonisch sehenswert (und auch prämiert) aber die Ausstellung lohnt sich auch. In Spiralform windet sich ein breiter Gang mehrere Stockwerke hoch. Breit genug für einen Kindwerwagen. An vielen Stellen kann man einen Kopfhörer einstöpseln und der Erklärung lauschen. Es ging nicht nur um den Fund der Menschenskelette sondern um die Menschwerdung und unsere Zukunft an sich. Oben im Café gab es sogar einen Kinder-Hochstuhl und einen Gläschen-aufwärm-Service, sehr lobenswert. Anschließend sind wir noch zur Fundstelle gewandert, die ein paar Hundert Meter vom Museum entfernt liegt. Das Ganze ist sehr malerisch zwischen bewaldeten Kalkbergen am Ufer der schmalen Düssel eingebettet. Fraglich war nur der Museumsshop, in dem man Buddha-Figuren aus Kunstharz, geschnitzte Brieföffner aus Horn, echte Mammuthaare, Regenstöcke, Frösche aus Holz und Sorgenpüppchen aus Südamerika kaufen konnte. Eine seltsame Mischung, aber die große Auswahl an wirklich themenverwandten Büchern glich das wieder aus. Gestern abend war ich noch auf einen kurzen Spaziergang im Kölner Zoo. Mit Alexander guckten ich mir die Elefanten an und auch ohne Röntgenblick konnte man deutlich erkennen, wie sich im Bauch der einen Kuh etwas bewegte. Außerdem habe ich nun festgestellt, dass in dem Glashaus mit dem Schild "Feuerwiesel" daneben auch tatsächlich eins drin ist. Ist wohl ein dämmerungsaktives Tier. Im Regenwaldhaus wollte Alexander wieder die blauen Kronenhühner (nicht zitierfähig, da kein Fachbegriff) fangen, diesmal waren gleich Vater, Mutter und Kind zusammen zu Fuß unterwegs. Ansonsten lief der Kleine immer hinter seinen Lieblingstieren her: Kinder mit Laufrädern. War ein schöner Sommerabend im Zoo, angenehme 14 °, laues Lüftchen, rosa-gefärbter Himmel... Ich mag den Januar doch ganz gern.
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